Seit knapp einer Woche bin ich wieder in Deutschland. Der Alltag hat mich wieder. Ich gehe zur Arbeit, habe Kundentermine. Ein Büro steht jetzt leer. Manches ist gleich, anderes hat sich in kurzer Zeit komplett geändert.

Auch im Ehrenamt gibt’s die ersten Termine. In der Verbindung wird das Semesterprogramm gerade vollends fertig gemacht. Und am Wochenende steht bei uns eine Gemeindeversammlung an, bei der ich als Kirchengemeinderatsmitglied gefordert bin. Und trotzdem erscheint das alles gar nicht so wirklich.

Die Gedanken gehen permanent zurück zu den Erlebnissen der letzten fünf Wochen, mit allen Hochs und Tiefs. Es sind beeindruckende Bilder vor meinem inneren Auge. Hat mich diese Reise so verändert? Bin ich ein anderer Mensch als der, der hier Ende Juli aufgebrochen ist? Oder bin ich einfach nur „geerdet“, weil unsere Probleme hier so lächerlich erscheinen gegen das, was ich alles erlebt habe? Ein Volksaufstand wegen eines Schlaglochs ist halt wirklich albern, wenn man gesehen hat, was in Tansania überhaupt als Straße gilt.

Es ist spannend, ich habe auf jeden Fall einen anderen Blick auf viele Dinge gewonnen. Ich weiß nicht, was daraus und was aus mir wird. Aber auch sowas wie „Zukunftsangst“ spüre ich gerade nicht im Geringsten. „Pole pole“ – „langsam, langsam“ und irgendwie wird es schon klappen. Es ist eine wohltuende Gelassenheit, die den Alltagsstress eben nicht zum Stress werden lässt. Vielleicht kann ich davon ein bisschen auch rüber bringen in diesen Blogeinträgen und vor allem in den Vorträgen, die ich über meine Reise halten darf (merkt Euch den 10. Oktober in Schmiden vor). Auch so „Termine“, die halt da sind, aber denen ich doch anders entgegensehe, als ich es wohl noch vor sechs Wochen getan hätte.

Surreale Realität

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Ein Gedanke zu „Surreale Realität

  1. Das klingt sehr nachdenklich, aber auch entspannt. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei, das Geerdet sein in deinem Leben zu behalten.

    PS: und natürlich viel Erfolg morgen, ich bin in Gedanken bei dir/ euch!

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