Erster voller Tag in Tansania, Vincent holte mich um 8:30 Uhr am MEMA-House ab und wir fuhren hoch zum Krankenhaus. Dort gab es dann erstmal eine Führung. Ich kenne die Räume, aber es ist schon etwas anderes, sie jetzt mit Leben gefüllt zu sehen. Krankenstationen, auf denen Patienten liegen. Angehörige, die sich um diese Patienten kümmern. Zum Abschluss dann die Nervenprobe. Doktor Edwin ließ mich in den OP-Saal, während er dort eine Operation durchführte. Die Bilder gibt’s am Ende, wer also nicht so stabile Nerven hat, einfach diese auslassen.

Anschließend sind wir in Vincents Büro und haben die Planung für die kommenden Tage gemacht. Morgen Nachmittag soll ich am „General Meeting“ mit allen Krankenhausangestellten teilnehmen. Anschließend kommt Albert Minja, um über die IT-Ausstattung zu reden und schließlich noch die Chefin der Kantine, weil wir für die Angestellten eine kleine Überraschung zu Silvester planen wollen.

Am Freitag soll es ein Treffen mir dem Board der Kirua Children Care Foundation (KCCF) geben. Es ist mir wichtig, diese Entscheidungsträger hier vor Ort kennenzulernen. Ein ebensolches Treffen ist dann am Montag in Karansi mit dem Board der Siha Kids Existence and Survival (SKES) geplant, die für den Bau und Betrieb der Schule und Sanya Juu verantwortlich ist.

Tja, während dieser Planung und als mir Vincent das Computerprogramm zeigte, mit dem sie das Krankenhaus inklusive Patientenakten verwalten, saßen wir plötzlich im Dunkeln. Ich hab ziemlich verdattert gekuckt, war ich doch der Meinung, dass es für das Krankenhaus eine UPS (uninterruptible power supply) gäbe, die die Zeit überbrückt, bis der Generator anspringt. Aber dem ist nicht so. Es gibt eben nur den Generator, den dann jemand manuell starten muss. Nur im Serverraum haben wir eine UPS vor zwei Jahren mit installiert. Die Daten sind also vor Stromausfall gesichert. Aber man stelle sich das vor, dass mitten in der OP einfach das Licht ausgeht. Genau das ist heute wohl passiert. Das nennt man Vorführeffekt, nur bin ich da der falsche Adressat. Aber mittelfristig müssen wir, also die Fördervereine in Deutschland sicher darüber nachdenken, das Krankenhaus mit Solarpanelen und entsprechenden Batterien/Akkus auszustatten, um so etwas zu verhindern. Sonne gibt es hier am Äquator jedenfalls genug. Für die Schule in Sanya Juu, die ja noch im Bau ist, könnte das auch schneller kommen.

Heute Abend/Nacht soll unser Container aus Fellbach hier ankommen. Bis jetzt ist von mitten in der Nacht die Rede, so dass ich das hoffentlich verschlafe. Morgen Vormittag soll dieser dann abgeladen werden und wir überlegen, wie das mit dem Ausladen gemacht wird. Vorne dran ist das sauschwere Röntgengerät aus Ulm, aber die Räume, in denen dies installiert werden soll, sind noch nicht voll umgebaut. Das ganze Equipment dahinter könnte man hingegen schnell einsetzen, nur kommt man da eben nicht ran, solange das Röntgengerät im Container ist. Röntgengerät raus, alles andere raus, Röntgengerät wieder rein. Das wäre eine Idee, aber ohne Gabelstapler wird das fast unmöglich. Mal schauen, ob auf die Schnelle einer angemietet werden kann. Es geht also spannend weiter.

So, jetzt kommen die Bilder aus dem OP, also wer nicht möchte, jetzt aufhören und einfach beim nächsten Beitrag wieder reinschauen. Die Patientin wurde übrigens davor gefragt, ob sie einverstanden sei, dass a) jemand bei der OP dabei sei und b) auch Bilder, auf denen sie selbstverständlich nicht zu erkennen ist, gemacht und veröffentlicht werden.

 

Nichts für schwache Nerven

Beitragsnavigation


Ein Gedanke zu „Nichts für schwache Nerven

Schreibe einen Kommentar zu Torsten Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.