Keine einfache Woche. Vor einiger Zeit haben sich über den Unitas-Verband zwei junge Damen gemeldet, sie würden gerne, nachdem sie jetzt ihr Abitur haben, für einige Zeit nach Tansania und dort in der MEMA Schule und im Krankenhaus mitarbeiten. Wir haben uns kundig gemacht, was da überhaupt möglich ist und was für Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Schwerpunkt wäre sicher die Arbeit in der Schule, Sport-, Spiel- und Bastel-Angebote für Freistunden und nach Unterrichtsende für die Kinder anzubieten.

In einem Videocall haben wir miteinander gesprochen und auch dargelegt, dass Tansania ein sehr armes Land ist und das auch für die beiden eine sehr ungewohnte Situation werden würde. Wir gaben ihnen Bedenkzeit, doch am Tag. bevor sie uns Rückmeldung geben (und zusagen) wollten, gab es neue Informationen aus Kirua. Die Corona-Pandemie, die jetzt unter der neuen Präsidentin Samia Suluhu Hassan auch so benannt werden darf und als Realität anerkannt ist, wütet mit einer dritten Welle durchs Land. In unserem Krankenhaus St. Monica müssen derzeit mehrere Patienten dauerhaft beatmet werden. Und es ist extrem schwierig, ausreichend Sauersoff zu besorgen. Alleine in der für die Region Kilimanjaro zuständigen Schulbehörde in Moshi sollen in den letzten Wochen fünf Mitarbeiter an COVID-19 verstorben sein.

Diese aktuelle Entwicklung hat uns dazu bewogen, den beiden jungen Damen für das angestrebte Volontariat im angestrebten Zeitraum November bis Februar abzusagen. Vielleicht geht es im Frühjahr 2022, aber momentan scheint uns das Risiko einfach zu hoch. Für ganz Tansania stehen z.B. bis jetzt 1 Mio Impfdosen zur Verfügung, bei einer Bevölkerung von über 60 Mio Einwohnern. Wir hoffen, dass sich die Pandemiesituation in Tansania in den kommenden Wochen entspannt, aber die Voraussetzungen sind gerade nicht gut.

Schwere Entscheidungen

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